Sa. Aug 24th, 2019

Matzes Dampfer Ecke ♥

Bunt gemixter Blog zum dampfen und zu anderen Themen.

Die FDA “Giftliste” Teil 1

8 min read

Die FDA “Giftliste” zum Nachlesen (hier).

Teil 1 (Ich musste das in 3 Teile aufteilen, weil es einfach zu umfangreich für nur einen Beitrag geworden ist, sorry dafür.)

Die FDA hat am 05.08.2019 im Federal Register folgende Bekanntmachung/Aufruf veröffentlicht:

The Food and Drug Administration (FDA or the Agency) is requesting comments, including scientific and other information, concerning whether additional harmful and potentially harmful constituents (HPHCs) in tobacco products and tobacco smoke should be added to the Agency’s list of HPHCs (the HPHC established list). This information will assist the Agency in determining whether any or all of the 19 constituents listed in this document should be added to the HPHC established list.

Die Food and Drug Administration […] bittet um Kommentare, einschließlich wissenschaftlicher und anderer Informationen, ob zusätzliche schädliche und potenziell schädliche Bestandteile (HPHC) in Tabakerzeugnissen und Tabakrauch in die Liste der HPHC […] aufgenommen werden sollten (etablierte Liste). Diese Informationen helfen der Agentur bei der Entscheidung, ob ein oder alle der 19 in diesem Dokument aufgeführten Bestandteile in die  HPHC Liste aufgenommen werden sollten.( HPHC=Harmful and Potentially Harmful Constituents / Schädliche und potentiell schädliche Inhaltsstoffe)

 

Zur Erklärung das Federal Register ist das amerikanische Pendant zum deutschen Bundesanzeiger, also eine Plattform auf der wichtige Bekanntmachungen (unter anderem) öffentlich zugänglich gemacht werden. Beim ersten flüchtigen “überfliegen” des Artikels wird man sich wahrscheinlich fragen was das ganze mit E-Zigaretten /”Dampfen” zu tun haben soll denn, da steht ja eindeutig über der Auflistung der “neu” aufzunehmenden chem. Verbindungen: “List of the Additional Chemicals and Chemical Compounds Identified by FDA as Harmful and Potentially Harmful Constituents in Tobacco Products and Tobacco Smoke.” – Liste der zusätzlichen Chemikalien und chemischen Verbindungen, die von der FDA als schädliche und potenziell schädliche Bestandteile in Tabakprodukten und Tabakrauch identifiziert wurden.”

Weiter heißt es:”…einschließlich elektronischer Nikotinabgabesysteme (ENDS). In Übereinstimmung mit Abschnitt 904 (e) des FD & C-Gesetzes erwägt die Agentur daher, die von HPHC erstellte Liste zu überarbeiten, um die aktuelle Palette von Tabakerzeugnissen widerzuspiegeln, für die die Agentur jetzt zuständig ist…”

Ganz einfach, ähnlich wie bei uns ist die E-Zigarette als Tabakprodukt eingestuft und wird entsprechend reguliert.

Warum der “Kram” den die Amis da machen uns interessiert? Auch ganz einfach. Bekanntermaßen sind unsere Verfechter der Anti-Dampf-Politik eher Studien- und Logik resistent, soll heißen man wird nur allzu gern die Vorgaben von “überm” Teich kopieren und genau so hier in die “Diskussion” einbringen. Also lohnt sich ein Blick auf die Liste und die derzeitige Studienlage. Vorsicht das wird trocken !!


Acetic Acid – Essigsäure von der FDA  als Respiratory Toxicant eingestuft

Essigsäure kommt, wenn dann überhaupt in Aromen vor, hauptsächlich in Getränke- und Fruchtaromen. Zur Aufnahme über die Lunge    (also Essigsäure nicht das Liquid das Essigsäure in minimalen Spuren  enthält.) vermerkt die GESTIS – Stoffdatenbank : ”

Atemwege:
Dämpfe oder Aerosole werden über die Lunge resorbiert.
Quantitative Angaben liegen nicht vor, sind aufgrund der vordergründig irritativen Wirkung inhalierter Säure im Atemtrakt aber von untergeordneter Bedeutung.

Die in Liquids vorkommenden Konzentrationen verursachen weder Irritationen, noch Schäden. Gegenteilige Studien sind nicht zu finden. (Solltet ihr eine Quelle kennen immer her damit.) Fazit: um eine gesundheitliche Auswirkung vom Einatmen/inhalieren von Essigsäure zu provozieren, musst du deinen Kopf schon über einen Kanister derselben halten. Die in Liquids vorkommenden Mengen sind eher Spuren und gesundheitlich mit an 100 % grenzender Wahrscheinlichkeit unbedenklich. Es wird hier wie bei den noch folgenden Verbindungen immer fälschlicherweise vom Stoff in Reinform ausgegangen. Dem kann man natürlich eine negative Wirkung attestieren. Zutreffender wäre aber ein Test der Auswirkungen mit den in Liquid vorkommenden Konzentrationen. Ein typischer , beabsichtigter “Denkfehler” der Verantwortlichen.


3-Hydroxy-2-butanon oder Acetoin von der FDA  als Respiratory Toxicant eingestuft

Acetoin wird in Aromen verwandt und ist eine Vorstufe von Diacetyl. Es kommt im übrigen natürlich in Butter, Spargel ect. vor. Studien / Belege zur Schädlichkeit gibt es nicht. Wie bereits oben angemerkt kann man aber bei den verwendeten Konzentrationen zumindest davon ausgehen, dass die prophetisch behaupteten Wirkungen ausbleiben. Man muss leider auch bemerken das vieles in der Aromen Diskussion absolute Panikmache ist, übrigens zum Teil auch von Dampfern angefacht…


Diacetyl von der FDA  als Respiratory Toxicant eingestuft

Mal ganz abgesehen davon das mit der Tabakverordnung die Verwendung in Deutschland eh verboten wurde und die meisten internationalen Hersteller sich selbst auferlegt haben diesen Stoff nicht mehr zu verwenden, steht der angebliche Zusammenhang zwischen Diacetyl mit der immer wieder auftauchenden “Popcorn-Lunge” auf recht wackeligen Beinen. Es gibt keine Studie die belegt das es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Stoff und der Bronchitis obliterans gibt. Außerdem enthält die Menge inhalierten Zigarettenrauches eine erheblich höhere Menge an Diacetyl und so weit ich weiß steht die Zigarette nicht in Verdacht eine Popcorn-Lunge zu verursachen. Fazit: kann man wegen des Verbotes in Deutschland abhaken und die angeblichen Auswirkungen sind bis dato nur behauptet aber nicht bewiesen worden.


Acetyl propionyl als Respiratory Toxicant eingestuft

Wird hauptsächlich als Aromaersatz für Diacetyl verwendet und bewirkt einen ähnlichen butterigen Geschmack. Hier gilt dasselbe wie bei Acetoin. Es existieren keine Belege für irgendeine Schädlichkeit bei der Verwendung als Aroma in Liquids. In einigen “Pseudo”Studien kippt man das Zeug wie auch vieles andere über einen Haufen lebender Zellen in einer Petrischale und reibt sich freudig die Hände, wenn die Zellen “abnippeln”. Mag für die ja lustig sein hat aber gar keine Aussagekraft!


Benzyl acetate als Respiratory Toxicant eingestuft

Benzyl acetate oder Essigsäurebenzylester. Ich habe trotz wirklich intensiver Suche nur ein Aroma gefunden das Benzyl Acetat als Zusatzstoff enthalten hat. Der Stoff ist eher aus der Parfümindustrie bekannt und bewirkt dort ein süßliches bis blumiges Aroma. Dazu passend war das gefundene Aroma ein Brombeeraroma mit Hibiscus… Der inhalative Schwellenwert (für die menschliche Gesundheit maßgebliche Wert) liegt bei 9 mg/m3 Luft. Ein Wert, der beim dampfen, schwerlich erreicht werden kann (Nicht vergessen wir reden hier von einem Aroma Zusatz der bei dem gefundenen Aroma 0,5 % auf die Gesamtaromen Menge betrug. Bei einem angemischten Liquid sind wir dann bei einer Menge, die wie ein Furz im Wind verfliegt… ). Fazit auch hier wird wieder eine Mücke zum Elefanten aufgeblasen. Erstens kann die FDA den Zusatzstoff ob der außerordentlich seltenen Verwendung gar nicht “gefunden” haben (also in einem Experiment/einer Studie whatever).


Fazit zu Teil 1

Es ist auch hier leider wie bei vielen Sachen die sich um die E-Zigarette drehen, alles aus dem Zusammenhang gerissen. Mag sein das der eine oder andere Stoff in entsprechenden Konzentrationen schädlich wirkt. Aber einfach einen Stoff der eventuell im Dampf einer E-Zigarette vorkommt den Stempel giftig oder schädlich aufzudrücken ist salopp gesagt nur dämlich. Solange keine Studien exakte Mengen benennen können, bei den sich die Aromen Zusätze tatsächlich schädlich auswirken, hat deren bloße Benennung keinerlei Aussagekraft. Denn merke: Sola Dosis venenum facit – allein die Menge macht das Gift (Paracelsus). ALLES ist in entsprechender Konzentration giftig! Also ist die Liste recht offensichtlich nur ein weiteres “Marketingmittel” das dampfen gesellschaftlich zu ächten!

 

Zu Teil 2


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